Transformation . Elementartraining

Glaubenssätze transformieren

Unsere Gedanken haben einen maßgeblichen Einfluss auf unser Leben.

Jeder Mensch hat und macht sich viele Gedanken. Und zwar nicht wenige, sondern ca. 60.000- 80.000 Stück am Tag.

Gedanken haben, nicht sein

Wichtig ist dabei, dass wir bemerken, dass wir diese Gedanken haben. Wir sind sie nicht.
So wie wir eine Wohnung oder ein Auto haben. So wie wir umziehen oder ein anders Auto kaufen können, können wir auch unsere Gedanken ändern.

Gedanken ändern?

Ja! Die gute Nachricht lautet: Jeder einzelne der knapp 70.000 Gedanken, die wir tagtäglich haben, hat die Absicht uns zu nutzen. Jeder Gedanke hat zunächst den Zweck unser Leben zu bereichern und will ausschließlich das Beste für uns. Sonst hätten wir ihn nicht.
So wie wir auch eine Wohnung oder ein Auto aus dem Grund haben, davon zu profitieren.

Dass wir manchmal mit der zu hellhörigen Wohnung oder dem unzuverlässigen Auto nicht zufrieden sind, ist die schlechte Nachricht: Nur weil der Gedanke eine positive Absicht hat, heißt es nicht, dass er seinen Zweck erfüllt.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht – das gilt auch für unsere Gedanken.

Das Auto hat den Zweck uns von A nach B zu bringen. Springt es nicht an, erfüllt es seine Aufgabe nicht und darf repariert werden. Das gleiche gilt für unsere Gedanken. 

Nehmen wir als Beispiel den Gedanken „Ich kann nicht singen“ und fragen uns, welchen Zweck er verfolgt.

Wozu führt der Gedanke? Wenn wir diesen Gedanken denken und glauben (wenn wir also von diesem Gedanken überzeugt sind) sorgt er zum Beispiel dafür, dass wir uns verkneifen zu singen, auch wenn wir es eigentlich gerne würden.

Das Ergebnis ist: Er hält uns also davon ab zu singen. 

Gedanken wirken lassen

Was ist jedoch seine positive Absicht, sein Zweck?

Um das herauszufinden helfen die folgenden Fragen: 

  • Warum ist dieser Gedanke gut für uns? 
  • Was möchte er für uns? 
  • Was bringt er uns? 
  • Wovor beschützt er uns?

Die Antwort könnte lauten: Wenn wir nicht singen, können wir uns nicht blamieren oder für unseren Gesang kritisiert werden. 

Vielleicht gibt es in der Vergangenheit ein oder mehrere Schlüsselereignisse, die zu diesem unserem Gedanken geführt haben.

Was möchte also unser Gedanke? Er möchte uns davor bewahren uns (so wie damals) zu blamierenEr ist also dafür da, damit wir uns nicht (wieder) unwohl fühlen.

Das ist eine großartige Absicht unseres Gedanken, die wir würdigen und anerkennen können. Er hat einen nützlichen Zweck und eine wichtige Aufgabe!
Wir können Danke sagen zu dem Gedanken – für sein Bestreben, uns vor dem unwohl Fühlen zu schützen. Wir können ihn loben und feiern – für die Absicht und das wunderbare Ziel, dass er in unserem Sinne verfolgt. 

„Du willst nicht, dass ich mich unwohl fühle! Super! Vielen Dank für deine Arbeit! Ich bin froh, dich zu haben lieber Gedanke! Es ist gut, dass es dich gibt. Du bist sehr wichtig für mich!“

Damit haben wir den wichtigsten Schritt bei der Glaubenssatzarbeit getan! Wir haben den Gedanken bewusst gemacht und ihn akzeptiert. 

Und dann?

Dann machen wir uns im zweiten Schritt klar, dass unsere Gedanken niemals zu 100% der Wahrheit entsprechen. 

Dafür nutzen wir die vier Fragen aus Byron Katie´s Buch „The Work“:

  1. Ist der Gedanke „Ich kann nicht singen“ wahr? (Falls die Antwort nein lautet, mit Frage 3 weiter machen.) 
  2. Kannst du dir absolut sicher sein, dass dieser Gedanke wahr ist? (Das können wir nie und spätestens jetzt müsste jeder mit nein antworten.) 
  3. Wie reagierst du, wenn du diesen Gedanken glaubst? (Mögliche Antworten: Ich schäme mich, ziehe mich zurück, vermeide es zu singen – was ich schade finde, weil ich gerne würde. Ich fühle mich klein und unwohl, habe Angst etc.) 
  4. Wer wärst du ohne diesen Gedanken? (Mögliche Antworten: „Ich wäre jemand, der singt wenn er will. Und wenn ich singe, würde es besser klappen, weil ich mehr Selbstvertrauen hätte.“ „Ich würde öfter singen, was auch dazu führt, dass sich meine Fähigkeit zu singen verbessert.“ „Ich würde mich wohler beim singen fühlen und hätte seltener das unangenehme Gefühl mir selbst etwas verbieten zu müssen.“)

Halten wir Folgendes fest: Der Gedanke „Ich kann nicht singen“ hat die Absicht uns davor zu bewahren, uns unwohl zu fühlen. Wenn wir ihn mit der selben Wortwahl belassen und glauben, führt er zum Gegenteil. Wir schämen uns und fühlen uns schlecht, weil wir etwas nicht tun, was wir gerne tun würden.

Zweck und Ergebnis stimmen also nicht überein!

Deshalb kommt nun der nächste Schritt. Wir ändern den Wortlaut, damit unser Gedanke seinen Zweck besser erfüllen kann. Hierfür können wir nun verschiedene Formulierungen „probe-fahren“ und überprüfen welcher Wortlaut uns am besten dient, uns nicht unwohl zu fühlen.


Byron Katie empfiehlt, den Gedanken ins Gegenteil umzukehren:

Aus „Ich kann nicht singen“ wird „Ich kann singen“.

Spüren wir in diesen neuen Gedanken und uns hinein, merken wir, was er in uns auslöst. Vielleicht spüren wir statt Scham jetzt Stolz. Leichtigkeit statt Schwere. Vertrauen statt Angst. Wir können uns jetzt auch die Frage stellen: „Ist dieser Gedanke genauso wahr oder sogar wahrer als der erste?“ „Ist die neue Wortwahl besser für den Zweck geeignet, uns nicht unwohl zu fühlen?“

Wenn die neue Art zu denken besser geeignet ist, den Zweck zu erfüllen, können wir unseren Gedanken mit seiner angepassten Wortwahl wieder an die Arbeit gehen lassen. Wir sagen nochmal Danke für den tollen Job, den er die ganze Zeit über unermüdlich für uns ausübt. Wir freuen uns darüber, dass er seine Arbeit mit der heutigen Anpassung in Zukunft noch viel besser erledigen wird. 


„Danke, dass du da bist! Danke, dass du diese Aufgabe für mich übernimmst und ich finde super, dass du diese Aufgabe jetzt sogar noch besser machst! Ich bin froh, dich zu haben.“

Fassen wir zusammen

Alle unsere Gedanken wollen nur das Beste für uns. Durch ihre Wortwahl erfüllen sie ihren Zweck oft nicht. Die Absicht des Gedanken sollte gleich bleiben, nur die Wortwahl, also der Weg zum Ziel, sollte von uns überprüft und ggf. verändert werden.

Gedanken sind Mitarbeitende

Und so achtsam sollten wir mit Ihnen umgehen! 

Betrachten wir Gedanken wie Mitarbeiter*innen in unserem individuellen Unternehmen, erschaffen wir ein einprägsames Bild. Jeder Mitarbeitende arbeitet freiwillig für uns und nur deswegen, weil sie ihre Aufgaben so gut wie möglich erfüllen möchten. 
Das erklärte Ziel jedes unserer Mitarbeitenden ist, Erfolge und Erfüllung für unser Unternehmen zu erschaffen. Als guter Leader gehen wir mit ihnen in den Dialog. Wir kommunizieren dankbar und wertschätzend – und gehen auch so mit ihnen um. So unterstützen wir unsere Mitarbeitenden dabei, ihrer Arbeit ebenfalls mit mehr Erfolg und Erfüllung nachzugehen.

Indem wir den Fokus bewusst, achtsam und aufmerksam setzen, prägen und verändern wir unsere weitere Entwicklung, unseren Umgang mit Stress.

Und bedingen die Gestaltung positiver Lebenspläne, Ziele und Bedürfnisse.

© by Christian Tüchsen & Verena Arps-Roelle